Unterwegs im Arbergebiet

Nord- und Nordosthänge des Großen Arbers
Nord- und Nordosthänge des Großen Arbers

"Als zeitgleich am Arber viele Hektar Wald dem Ski-Tourismus geopfert werden, gibt es wenig Protest - niemand sieht das Erbe der Väter und das grüne Dach Europas zerstört."

(aus:  PÖHNL, Herbert (2012): Der halbwilde Wald. Nationalpark Bayerischer Wald: Geschichte und Geschichten. München: oekom. S. 127.

 

 "so oder so

 

dene urlauber

is unser landschaft wurscht:

 

wenn ses aafgarbat ham

fahrns woanders hi

 

uns einheimische

is unser landschaft aa wurscht:

 

wenn ma s aafgarbat ham

fahr ma in urlaub."

 

                                           Harald Grill

(aus:  ADAM, Richard (1989: Keine Aussicht...ohne Einsicht. Ansichten zum Tourismus im Bayerischen Wald mit vergleichbaren Darstellungen. Grafenau: Morsak Verlag. S. 69.)

Namensherkunft: Erstmals urkundlich erwähnt wird der Große Arber in einer Schenkungsurkunde von 1029 als "Hadauit" (Anlehnung an germ. "hathu" = "Kampf"). Durch Angleichung der Mitlaute entsteht des mundartliche "Arwa" = "hoher Berg" (vgl. Arwa-Massiv - also Arwa Tower, Arwa Crest, Arwa Spire - im Himalaja).  Weitere Namensformen: "Herbae mons" (1555/61), Aetwhae m(ons) (1568), "Ärbers Rigl" (1581), "Ärber" (1650), "Arwa Berg" (1759), "Arber" (1769).

 

Das tschechische Wort "Javor" (= "Ahorn") entstand jedoch erst im 18. Jahrhundert, spielt also für den Namen keine Rolle.

 

Literarisch verwendete "Beinamen": "prächtige Hochwarte" (1856), "Zierde des bayerischen Waldes" (1892), "Bayerwaldkönig" (1906), "König der Bayerwaldberge" (1913/14), "Vater Arber" (1906/1916), "Waldkönig" (1925), "Grenzwarte Germaniens" (1925), "Fujiama des Bayerischen Waldes" (1932). (vgl. HALLER, Reinhard/HALLER, Jörg (2015): ArberLand. Eine Entdeckungsreise durch fünf Jahrhunderte. München: BavariaExtra)

 

Umgangssprachlich üblicher Beiname: "Der König des Bayerischen Waldes".

 

Geologie/Geomorphologie: Das Arbergebiet ist Teil der Böhmischen Insel, d.h. das Gebiet war immer trocken. Daher gibt es hier z.B. auch keine Versteinerungen. Weitestgehend ist das Arbergebiet aus Gneisen und Paragneisen (Umwandlungsgesteine) aufgebaut, nur im Bereich der Rißlochschlucht gibt es vereinzelte kleine Granitvorkommen (Erstarrungsgesteine).

 

Gipfelplateau: heute weitestgehend (außer ein paar Krüppelfichten) waldfrei durch historische Beweidung bzw. Brandrodung. Markant: seine fünf Gipfelriegel (Großer Seeriegel/Bodenmaiser Riegel, Bärenriegel, Kleiner Seeriegel, Gipfelriegel, die gelegentlich mit den Resten der Zacken einer Krone verglichen werden.

Anmerkung: Der einzige Mittelgebirgsberg Deutschlands, dessen Gipfel von Natur aus - d.h. wegen seines Klimas - waldfrei ist, ist der Brocken im Harz.

 

Flora: Das Arbergebiet ist aufgrund seiner klimatischen Besonderheiten Heimat vieler Eiszeitrelikte. Außerdem bemerkenswert: Moorflora, Magerrasenflora. Näheres siehe "Exkurs: Pflanzen, die man kennen sollte"!

 

Fauna: Luchs, bis zu 19 Fledermausarten, Auerhuhn, Haselhuhn, Alpenbraunelle, Bergpieper, Dreizehenspecht, Grauspecht, Raufußkauz, Ringdrossel, Schwarzspecht, Schwarzstorch, Sperlingskauz, Wanderfalke, Weißrückenspecht, Zwergschnäpper. Außerdem markant: Wespenbussard, Wasseramsel 

 

Gefährdung: vor allem durch den Massetourismus!

EXKURS: Pflanzen, die man kennen sollte...

- Unterschiede Fichte vs. Tanne, Buche, Bergahorn, Vogelbeere

- Weiße Pestwurz vs. Sumpfdotterblume, Huflattich, Milzkraut, Karthäuser-Nelke, Kuckuckslichtnelke, Fingerhut (auch bekannt unter seinem wissenschaftlichen Namen Digitalis, giftig!), Schattenblümchen, Soldanelle, Sauerklee,  Alpenlattich, Alpen-Milchlattich, Hasenlattich, Drachenwurz/Schlangenwurz, Wollgras, Alpen-Flachbärlapp, Gelber Enzian (aus der Wurzel des Gelben Enzians wird der Enzianschnaps hergestellt), Ungarischer Enzian, Blauer Eisenhut (ACHTUNG: alle Teile sind stark giftig!), Indisches Springkraut (Neophyt), Staudenknöterich (Neophyt), Schmalblättriges Weidenröschen,  Heidelbeere (als Säureanzeiger), Lupinen (eigentlich eine Kulturpflanze!) Kleines Waldvöglein (eine Orchidee, nicht zu verwechseln mit dem "Kleinen Waldvögelchen" = Schmetterling), Brennnessel (als Stickstoffanzeiger), Rauschbeere Schwefelflechte, Tannenbärlapp

ArtenschutzProjekte im Arbergebiet

Luchs: www.luchsprojekt.de

 

Fledermäuse: www.fledermaus-bayern.de  Anmeldung zu Bergwerksführungen im Silberberg unter www.silberberg-online.de oder Tel.: 09924 - 304. 

 

Auerhuhn: tw.naturpark-bayer-wald.de Bei etwaigen Zitaten/Rückfragen bitte beachten: Im Impressum werden nicht alle Urheber und Mitarbeiter am ursprünglichen Projekt genannt. Daher ist es ratsam, auch fachliche Inhalte nicht unhinterfragt zu übernehmen. Bis vor einigen Jahren gab es auch die empfehlenswerte Seite www.auerhuhn-bayer.de, die einst im Rahmen einer Diplomarbeit erstellt wurde. Leider wurde der Betrieb dieser Auerhuhn-Seite jedoch von den damaligen Projektpartnern, dem Naturpark Bayerischer Wald e.V. und dem Entwickler der Homepage, Herrn Jan Ole Kording, inzwischen beendet bzw. nicht mehr aktualisiert.

Pseudorchis/Weißzüngel: Ansprechpartner Wolfgang Diewald, Diewald-Botanik@t-online.de

Die wichtigsten Punkte aus Der jüNgeren Geschichte des Großen Arbers

1514 Im Auftrag der Herzöge Wilhelm IV. und Ludwig (Anlass sind Grenzregulierungen) entsteht eine Panorama-Karte, die den Großen Arber nicht nur nennt, sondern auch versucht, ihn zeichnerisch darzustellen.

 

1561 Philipp Apianus, ein Mathematikprofessor aus Ingolstadt, stellt in seiner Karte der Bayerwaldberge Großen und Kleinen Arber  erstmals kartographisch detailliert dar.

 

1608 In einem Bericht des Herzogs Maximilian von Bayern taucht zum ersten Mal das Wort "Schachten" auf. Der Hintergrund: Um 1600 beginnt man im Bayerischen Wald, die Rinderhaltung als zusätzlichen Erwerbszweig auszubauen. Da die Weideflächen rund um die Dörfer zu klein werden, erhalten einige Bauern das Recht, ihr Jungvieh und Ochsen im Sommer auf die Hochflächen zu treiben.

 

1613 Erste Berichte über einen Waldweidebetrieb auf dem Rukowitzschachten am Falkenstein.

 

1789 Eine neue Forstordnung schränkt die Waldweiderechte ein. Durch Intensivierung im Tal und sinkende Nachfrage an Ochsen wird der Grünlandertrag erhöht und die Schachtenwirtschaft verliert an Bedeutung.

 

1806 Errichtung der ersten Arberkapelle neben dem Gipfelriegel. Die Stifterin ist Elisabeth von Hafenbrädl, die Besitzerin der Glashütte am Deffernik. Am St. Batholomäustag - Sankt Batholomäus ist der Patron der Glasmacher -1806 wird sie vom Abt des Klosters Metten geweiht. Geschmückt wird sie von der Statue des Heiligen, der einen Glaskelch in der Hand hält, und von Votivtafeln an den Wänden. Da die Kapelle aus Holz gebaut ist, wird sie nach und nach baufällig. In Folge von Sturmschäden muss die Kapelle immer wieder - meist besorgten das die Bauern von der Mooshütte - aufgebaut werden.

Statue, Bild und die Tafeln gehen in den 1870ern verloren. 

 

1853 Die Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen erwerben die Besitzungen des Glashüttenmeisters Hafenbrädl in Böhmisch Eisenstein/später Markt Eisenstein/Zelezna Ruda. 

 

1861 Die Glashütte der Hafenbrädls - Ludwigsthal - wird versteigert. Neuer Besitzer wird Josef Pauli, ein Metzger aus Zwiesel.

 

1868 und 1870 Zwei Orkane, die sogar noch stärker gewütet haben sollen, als 2007 Orkan Kyrill, verwandeln große Teile des Bayerischen Waldes in Windwurfflächen.

 

1870 Vor allem, um das Holz aus dem weiten Windwurfflächen im Arbergebiet abtransportieren zu können, entschließt man sich, die Planungen für eine "Waldbahn" voranzutreiben.

 

1872 Die Ostbahn erhält die Konzession für den Bau und den Betrieb einer Bahnlinie von Plattling über Deggendorf und Zwiesel bis Bayerisch Eisenstein.

 

1872 Die Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen erwerben die Besitzungen des Glashüttenmeisters Hafenbrädl in Bayerisch Eisenstein.

 

1877 Die Eisenbahnlinie Plattling-Bayerisch Eisenstein ist fertiggestellt und der Grenzbahnhof wird eröffnet.

 

1877 Bayerisch Eisenstein wird Luftkurort.

 

1886 Bau der Schutzhütte

 

1890er Anstelle der hölzernen Arberkapelle wird in den 1890ern eine steinerne Kapelle, die von einem ziegelgedeckten Stadel geschützt werden soll errichtet. Doch schon bald reißt ein Sturm diesen Stadel davon.

 

1903 Bau des ersten Schutzhauses

 

1914 Das Gebiet rund um den Großen Arbersee wird als "Pflanzenschonbezirk" ausgewiesen.

 

1918 Auch die vierte Arberkapelle verfällt endgültig. Nach und nach verliert die Arberkirchweih an Bedeutung.

 

1937 Fertigstellung der Franz-Keilhofer-Hütte

 

1939 Am 15. August 1939 wird das "Naturschutzgebiet Großer Arbersee mit Seewand" durch eine Vorordnung des Regierungspräsidenten in Regensburg ausgewiesen, am 22. August 1939 tritt diese Verordnung in Kraft.

 

1939 Am 4. Dezember zerschellt ein Flugzeug, eine Junkers Ju-52/3mlu, der italienischen Fluggesellschaft Ala Littoria auf dem Flug von Rom über München nach Berlin-Tempelhof mit 13 Passagieren und vier Besatzungsmitgliedern an Bord, bei Nebel in der Arberseewand. Dabei kommen vier Passagiere ums Leben, neun Passagiere werden verletzt. Heute noch erinnert ein Wegkreuz am Beginn des Arberseewandsteigs (seit 2009 kein offizieller Wanderweg!) an das Unglück.

 

1945 Die Tradition der Arberkirchweih wird aufgegeben.

 

1949 Einweihung des Einer-Sessellifts

 

1956 Die Ministerialforstverwaltung beschließt, nach dem Ende der Weidewirtschaft die Schachten wieder aufzuforsten. In den Folgejahren werden Fichtenpflanzaktionen, die immer mit der Abholzung alter Unterstellbäume einhergehen, heftig in der Öffentlichkeit (z.B. von Vertretern des Bayerischen Wald-Vereins) kritisiert.

 

1957 Fürst Friedrich von Hohenzollern lässt eine neue Arberkapelle - windgeschützt am Füße des Großen Seeriegels - errichten.

 

1962 Ausbau zur Doppelsesselbahn

 

1962 Ende der erwerbsmäßigen Beweidung des Rukowitzschachten am Falkenstein und Ablösung der Waldweiderechte auf anderen Schachten durch den Staatsforst. 

 

1964 Der Staatsforst stoppt seine Schachten-Wiederaufforstungsmaßnahmen.

 

1965 Der Zwiesler Heimatschriftsteller Paul Friedl initiiert - unterstützt vom Bayerischen Waldverein, vom Waldgau der Heimat- und Volkstrachtenvereine und vom katholischen Pfarramt Bayerisch Eisenstein - die Wiederaufnahme der jährlichen Arberkirchweih-Gottesdienste auf dem Arbergipfel.

 

1967 Bau des Fernsehumsetzers

 

1967 Gründung des Naturparks Bayerischer Wald e.V.s als vorgezogene "Gegengründung" gegen den bereits in Planung befindlichen Nationalpark Bayerischer Wald.

 

1968 Die Oberforstdirektion Regensburg verkündet, dass sie auch zukünftig die Schachten nicht mehr aufforsten wird.

 

1970 Gründung des Nationalparks Bayerischer Wald im Landkreis Freyung-Grafenau. Eines der Hauptziele der Gründerväter ist, durch die Nationalparkgründung Lusen und Rachel vor bereits angedachten, z.T. sogar schon konkreteren Bergbahnbauplänen zu schützen!

 

1972 Weite Teile der Arberseewand am Großen Arbersee werden zum "Naturwaldreservat Geige und Seewand" erklärt.

 

1980 Durch die Auswirkungen der modernen Forstwirtschaft ist das Auerhuhn findet das Auerhuhn in den unteren Hanglagen des Bayerischen Waldes keine passende Lebensräume mehr. Von den zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch großen Auerhuhnbeständen, sind 1982 laut Zählungen des Biologen und Vogelexperten Dr. Wolfgang Scherzinger nur 16 Exemplare im damaligen Nationalparkgebiet übriggeblieben. Im Arbergebiet gilt das Auerhuhn jedoch als ausgestorben.

 

1983 Fertigstellung der Radarstation mit Zufahrtsstraße und Kanalanschluss

 

1985 Vertreter des Landesjagdverbandes, des Nationalparks Bayerischer Wald, der staatlichen und der privaten Forstverwaltungen gründen die "Schutzgemeinschaft Auerhuhn". Zwischen 1985 und 2000 werden in einem Gehege insgesamt rund 1.300 Auerhühner gezüchtet, die nach und nach ausgewildert werden. 

 

1985 Der BR-Kameramann Martin Lippl dreht für die Fernsehsendung "Stimmen aus der Zauberwelt" den winterlichen Arbergipfel mit seinen tiefverschneiten Krüppelfichten. Die Sprecherin Elfie Pertramer unterlegt die Bilder mit dem speziell für diesen Beitrag verfassten Gedicht "Arber-Berg, Zauberberg, Weltenberg", in dem der Begriff "Arbermandl" erstmalig auftaucht.

 

1993 Intensivierung der Besucherlenkungsmaßnahmen auf dem Arbergipfelplateau

 

1993 Von den Landkreisen Regen und Cham wird ein 1.830 ha großes Gebiet zwischen dem Mühlriegel und dem Kleinen Arber als Auerwildschutzgebiet ausgewiesen.

 

seit 1995 Schutzgebietsbetreuerstelle für den Großen Arber beim Naturpark Bayerischer Wald e.V. 

 

seit 1999 Schutzgebietsbetreuerstelle für den Großen Arber beim Naturpark Oberer Bayerischer Wald e.V.

 

1999 Abriss des Doppelsessellifts und Neubau der Sechser-Gondelbahn. Im Zuge dessen erhebliche Pistenverbreiterungen. Als "Ausgleichsmaßnahmen" wird die Arberbergbahn von den Naturschutzbehörden dazu verpflichtet, drei Bergbahnmitarbeiter als Naturschutzwächter ausbilden zu lassen und sie regelmäßig die Einhaltung der Naturschutzregeln im Gipfelbereich überwachen zu lassen. Außerdem soll die Arberbergbahn alljährlich nach der Arberkirchweih den Gipfelbereich mähen bzw. von Naturschutzfachleuten mähen lassen.

 

2000 Spatenstich für das Ski-Landesleistungszentrum Großer Arber am Großen Arbersee

 

2000 Erlass der Wegegebotsverordnung auf dem Arbergipfelplateau durch das LRA Regen

 

2001 Abbruch und Wiederaufbau der Franz-Keilhofer-Hütte

 

2002 Neubau einer Sechser-Sesselbahn am Nordhang

 

2005 Der Pockinger Berg-, Natur- und Tierfilmer Jürgen Eichinger dreht die viel beachtete Naturdokumentation "Der Große Arber - König des Bayerischen Waldes"

 

2005 Neubau einer Sechser-Sesselbahn am Sonnenhang

 

2006 Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. kauft die deutsche Seite des Grenzbahnhofs Bayerisch Eisenstein

 

2007 Mitte Januar wütet Orkan Kyrill auch in den höheren Lagen des Arbergebiets. Im Auerwildlebensraum werden die weitläufigen Windwürfe nach Absprache mit Naturschutzvertretern erst Mitte Juli (wenn die Auerhuhnjungen flügge sind) aufgearbeitet. Die Windwurfflächen in den steileren Lagen neben den Pisten werden per Hubschrauber aufgeräumt. Auch neben dem Thurnhofhang befindet sich eine größere Windwurffläche. In Gesprächen mit der Arberbergbahn weisen Vertreter des Naturschutzes darauf hin, dass auch geräumte Windwurfflächen naturschutzrechtlich als Wald gelten.

 

2007 Auerhuhnprojekt des Naturparks Bayerischer Wald e.V.

 

2008 Die für den 1. und 2. März geplanten Weltcupskialpin-Abfahrten der Damen müssen wegen Sturm komplett abgesagt werden. Sowohl in den Tagen vorher als auch an den darauffolgenden Tagen  bläst nur schwacher Wind und ist "gutes" Wetter am Arber.

 

2008 Der FFH-Managementplan "Silberberg" wird fertiggestellt, tritt am 20. Dezember 2008 offiziell in Kraft und ist gültig bis zu seiner Fortschreibung.

 

2008 Ebenfalls am 20. Dezember 2008 wird die Chamer Hütte am Fuße des Kleinen Arbers wiedereröffnet. Einst Waldvereinshaus, dann Jugendherberge stand sie später viele Jahre lang leer.

 

Einige Leute planten, hier "Gruppenevents" stattfinden zu lassen.

 

Um dies zu verhindern, überlegte die Höhere Naturschutzbehörde, die Hütte als Arberinfostelle zu betreiben. Schließlich übernahm sie der SC Bodenmais - jedoch mit einigen Naturschutzauflagen: Überwachung der Schutzgebietsregeln im Auerwildschutzgebiet rings um die Chamer Hütte durch einen ehrenamtlichen ausgebildeten Naturschutzwächter, regelmäßiges (alle zwei Jahre stattfindendes) Monitoring des Auerhuhnbestands und dazugehöriges Gutachten durch einen Fachmann, Tagesbetrieb nur bis 17 Uhr, im November und im Frühjahr muss die Hütte einige Wochen geschlossen sein, um keine zusätzlichen Ausflügler und keine Übernachtungsgäste ins Gebiet zu locken.

 

2008 Die Naturschützer der DAV-Bundesgeschäftsstelle in München schlagen der Arbergebietsbetreuung ein gemeinsames Auerhuhnprojekt (Monitoring, Runde Tische, Konzeption naturverträglicher Routen) vor. Obwohl man seites der Arbergebietsbetreuung dieser Projektidee sehr positiv eingestellt ist und gerne eine Kooperation mit dem DAV eingehen würde, lehnen die Naturparkgeschäftsführung und der Naturparkvorstand diese Zusammenarbeit vehement ab.

 

2008 Eröffnung der "Zauberteppiche"/Förderbänder am Thurnhofhang. Vertreter des hauptamtlichen Naturschutzes sehen diese kritisch, weil sie zu einer weiteren "Eventisierung" im Arbergebiet führen. Da sich diese jedoch auf der Piste befinden, kann der Naturschutz diese nicht verhindern. Auch Skilehrer schätzen den skipädagogischen Wert der Bänder als sehr gering ein.

 Die Arberbergbahn überlegt, die Pisten auch für den Sommer mit Hilfe eines mobilen d.h. auf- und abbaubaren Alpincoasters (quasi einer Sommerrodelbahn auf Schienen) "aufzuwerten". Dagegen spricht naturschutzfachlich jedoch, dass der Lärm der Rodler ein erheblicher Eingriff in die Winterruhe der Auer- und Haselhühner in den angrenzenden Wäldern darstellen würde. Die Arberbergbahn verwirft den Plan jedoch wieder mit der Begründung, dass es ähnliche Anlagen im Bayerischen Wald schon gibt.

 

2009 Auf einer Vorort-Begehung vereinbaren die Höhere Naturschutzbehörde von Niederbayern, die Untere Naturschutzbehörde Regen, die Bayerischen Staatsforsten und der Forstbetrieb Bodenmais, von nun an - trotz des vermehrten Borkenkäferbefalls - in weiten Teilen des Naturwaldreservats in der Arberseewand keine Wegesicherung mehr zu betreiben. Der Seewandsteig ist von nun an kein offizieller Wanderweg mehr, der Naturpark bietet auch keine der vorher sehr beliebten Seewand-Exkursionen mehr an. Auch Touristiker, Medienschaffende und Wanderbuchautoren werden gebeten, nicht mehr für den Seewandsteig zu werben. 

 

Seit der Erweiterung des Auerwildschutzgebiets zum 1. November 2015 ist das Begehen des Seewandsteigs zwischen dem 1. November und 1. Juli verboten.

 

2009 Die Höhere Naturschutzbehörde von Niederbayern kauft und übernimmt von der Höheren Naturschutzbehörde Schwaben für Naturinformationstafeln in Schutzgebieten ein einheitliches neues Design. Außerdem werden die blau-weißen Naturschutzregelpiktogramme auch in Niederbayern eingeführt. Die bereits vorher aufgehängten schwarz-weißen Naturschutzpiktogramme werden jedoch nicht entfernt.

 

2009 Eine ehrenamtliche Bibermanagerin findet bei einem Kontrollgang am Großen Arbersee in einem Biberbau eine Fliegermaske. Wenige Jahre später wird in der Arberseewand Kampfmittelmunition gefunden. Ob und welcher Zusammenhang sich daraus ergibt, wird nicht untersucht.

 

2009 Im Rahmen eines "Arberabenteuertags" werden unter Mithilfe der Azubis des Forstbetriebs Bodenmais erstmals besonders stark vernässte Teile des Arberseerundwegs saniert. 2010 und 2011 werden diese Sanierungsarbeiten fortgesetzt und 2012 im FFH-Managementplan offiziell als erfolgreich beendet erklärt.

 

2009 Veröffentlichung der Rieslochbroschüre und Aufstellung der Naturinformationstafeln im NSG Riesloch sowie erstmalige Markierung des NSG Rieslochs mit Naturschutzpiktogrammen.

 

2009 Beginn des Auerhuhnprojekts des Nationalparks Bayerischer Wald. Um die Tiere nicht zu stören, konzentrieren sich die Untersuchungen auf den Auerhuhnkot. Bis 2011 tragen so über 70 freiwillige Helfer 7.500 Kotfunde zusammen.

 

2010 Beginn des bis Frühjahr 2015 laufenden Artenschutzprokt "Ungarischer Enzian" auf dem Arbergipfelplateau. 

 

2010 Erweiterung der Piste der Weltcupabfahrt. Die Bergbahn behauptet, dass diese von den Fernsehsendern, die im März 2011 den Ski-Weltcup der Damen übertragen werden, gefordert wird.

Bei der Beantragung legt die Arberbergbahn der Unteren Naturschutzbehörde Regen ein Artenschutzgutachten vor, dass bereits vor dem Orkan Kyrill erstellt wurde. Die Höhere Naturschutzbehörde Niederbayern fordert hierauf jedoch ein aktuelles Gutachten.

 

2011 Am 4. und 5. Februar sollen innerhalb von zwei Tagen mehrere Weltcup-Abfahrtsläufe der Damen stattfinden. Wegen eines Orkans und nach mehreren Stürzen wird der Wettbewerb am ersten Wettkampftag abgebrochen. Auch am zweiten Tag stürmt es so, dass die Abfahrtsläufe nicht stattfinden können. Kurzfristig wird beschlossen, zu versuchen, einige fehlende Abfahrten an einem vorher nicht eingeplanten dritten Wettkampftag (6. Februar) nachzuholen. Doch - obwohl an diesem bereits am Vormittag im Rest von Bayern die Sonne scheint - stürmt es am Arber weiter. Erst kurz vor einer endgültigen Absage (12 Uhr) reißt am Arber die Wolkendecke auf und der Wind wird schwächer. Ein weiterer Durchgang findet statt, der allerdings aus programmtechnischen Gründen im Fernsehen nicht live sondern zeitversetzt übertragen wird.

In der Folgezeit versucht das Arberweltcup-Organisationskommitee, die Weltcupverantwortlichen davon zu überzeugen, auch weiterhin Damen-Skiweltcupabfahrten am Arber stattfinden zu lassen. Doch nach den Erfahrungen vom März 2011 und März 2008 halten diese das Arberwetter für zu unberechenbar.

 

2011 Dr. Franz Leibl, langjähriger Chef der Höheren Naturschutzbehörde in Landshut, wird zum Nationalparkleiter ernannt. 

 

2011 Der Bericht zum Auerhuhnprojekt des Nationalparks Bayerischer Wald (,das sich auch auf das Arbergebiet hin ausstreckte,) liegt vor. Das Ergebnis: Im gesamten Gebirgskamm leben insgesamt rund 570 Auerhühner - ausschließlich in Höhenlagen über 1.100 m NN.

 

2012 Im Januar werden in Bodenmais erste Gerüchte laut, dass drei Bodenmaiser Unternehmer den Bau einer Pendelbahn auf die Hochzell planen. Der Leiter einer Bodenmaiser Stammtischgruppe öffnet auf Bitte der Gebietsbetreuerin diese für alle, die sich für den Schutz der Hochzell interessieren. In Bodenmais wird die "Bürgerinitiative Rettet die Hochzell" gegründet. Auch die DAV-Bundesgeschäftsstelle in München und die DAV Sektion Passau sowie Mountain Wilderness e.V. versprechen, zu helfen. Auf Vermittlung durch die Gebietsbetreuerin erscheinen Artikel und Interviews in der Zeitschrift "BERGSTEIGER" und im Radio Bayern1. Der Leiter der Bodenmaiser Stammtischgruppe, der öfters auf der Hochzell fotografiert, hält auf Bitte der Gebietsbetreuerin (die wird vom Naturparkvorsitzenden angehalten, sich "rauszuhalten") einen Bildervortrag über die Naturschönheiten der Hochzell. Als er jedoch von den Naturschutzfachleuten gebeten wird, sie zu unterstützen, indem er seine vermeintlichen Auerhuhnsichtungen offiziell meldet, so dass sie offiziell kartiert und damit "amtlich" werden, meldet er sich wochenlang nicht mehr...

Als man wieder von ihm hört, wettert er - zu Unrecht - Kletterer hätten den Wanderfalken von der Hochzell vertrieben. Fakt ist: Dort gibt es keine Wanderfalken. Als man ihn höflich darauf hinweist, löscht er eigenmächtig die Facebookgruppe. Da auch die Bürgerinitiative sich weitestgehend über diese Facebookgruppe organisiert hat, wird damit auch Bürgerinitiative von ihm eigenmächtig aufgelöst.

Ein paar wenige Vertreter des hauptamtlichen Naturschutzes beschließen - da man nichts Offizielles (nur noch hin und wieder ein paar Gerüchte) hört, verstärkt die Bodenmaiser gezielt für die Naturbesonderheiten der Hochzell zu sensibilisieren...

 

2012 Der FFH-Managementplan für das Arbergebiet "Großer und Kleiner Arber mit Arberseen" und der Managementplan für das SPA-Gebiet "Großer und Kleiner Arber mit Schwarzeck" werden veröffentlicht und gelten ab dem 29. März 2012 bis zu ihrer Fortschreibung. Darin wird z.B. festgestellt, dass sich die Besucherlenkungsmaßnahmen im Naturschutzgebiet "Großer Arbersee mit Seewand" bereits in einem perfekten Zustand befinden oder dass darauf hingearbeitet werden soll, das bestehende Auerwildschutzgebiet beim Auslaufen der bisherigen Verordnung im Jahr 2015 um die Fläche des SPA-Gebiets zu erweitern. Grundlage für letzteres liefern die Auerwildbestandsaufnahmen des Forstwissenschaftlers Rudi Leitl, der seit 2008 (als Auflage des hauptamtlichen Naturschutzes für die Wiedereröffnung der Chamer Hütte), ein Auerhuhnprojekt des Naturparks Bayerischer Wald e.V. aus dem Jahr 2007 und ein Auerhuhnprojekt des Nationalparks Bayerischer Wald.

 

2012 Bau des Gläsernen Aufzugs inkl. Aussichtssteg zwischen Bergbahnbergstation und Arberschutzhaus, um den Soldaten im Winter einen gefahrlosen Übergang zum unterirdischen Schrägaufzug zwischen der Eisensteiner Hütte und dem in Betrieb befindlichen Radarturm zu ermöglichen. Nach außen bewirbt die Arberbergbahn diese Maßnahme jedoch mit "Barrierefreiheit". Aus Naturschutzsicht muss man jedoch feststellen, dass es hier bergfreundlichere Alternativen gegeben hätte und dass der Höhenunterschied Bergstation- Eisensteiner Hütte/Arberschutzhaus auch zuvor bewältigt werden konnte. Daher lehnte die Untere Naturschutzbehörde gemäß des Gutachten der Arbergebietsbetreuerin das Bauvorhaben ab. Doch das Militär ist stärker als der Naturschutz...

 

2013 Im Frühjahr wird im Bereich des  Silberbergs bei Bodenmais eine mit Schrotkugeln erschossene trächtige Luchsin gefunden. Die Polizei stellt die Ermittlungen bald ein. Auf einer Pressekonferenz in Bayerisch Eisenstein verurteilen der BN und die Gregor Louisdor-Umweltstiftung den Tiermord. Es werden 10.000 als Belohnung für sachdienliche Hinweise ausgerufen. In der Folgezeit recherchiert ein Team des Bayerischen Fernsehens und findet Hinweise auf mögliche Verdächtige. Doch diese Hinweise reichen nicht dazu aus, denjenigen anzuzeigen (vgl. Verleumdung). Ab dem Herbst 2013 dreht das BR - Team die später mehrfach preisgekrönte Spielfilmdoku "Tatort Luchswald". 

 

2013 im Sommer: Austausch der Radarkuppe des in Betrieb befindlichen Radarturms

 

2013 Artenschutzprojekt "Fledermaus am Großen Arbersee"

 

2013 In Zusammenarbeit mit dem Markt Bodenmais werden acht naturverträgliche Schneeschuh-/Skitourenrouten im Arbergebiet konzipiert, von den Grundstückseigentümern (Bayerische Staatsforstverwaltung und Arberbergbahn) genehmigt und in einer kostenlos in der Touristinfo Bodenmais erhältlichen Karte zusammengefasst. Da die Naturparkgeschäftsführung auf die Einheitlichkeit der Wegmarkierung im Gelände besteht, werden die Routen im Gelände mit orangefarbenen Wegpfeilen und Piktogrammen - und nicht wie bereits seit 2008 angedacht - mit den aus den Alpen bekannten (und bereits auf der Rusel von der DAV-Sektion Deggendorf verwendeten) DAV-Schildern  "Natürlich auf Tour" markiert.

Bereits kurz vorher veröffentlicht der Naturpark Oberer Bayerischer Wald e.V. eine Karte, auf der er alle in Zusammenarbeit mit den Gemeinden Lohberg, Lam und Arrach konzipierten naturverträglichen Schneeschuh-/Skitourenrouten im oberpfälzerischen Arbergebiet bzw. im Ossergebiet vorstellt.

 

2013 Erste Gespräche der Arberbergbahn mit der Höheren Naturschutzbehörde der Regierung von Niederbayern über den geplanten Ausbau der touristischen Einrichtungen im Naturschutzgebiet "Großer Arbersee mit Seewand". Geplant sind: der barrierefreier Ausbau des Arberseerundwegs, ein Motorboot mit einer Passagierkapazität von bis zu 50 Gästen, die Freigabe des Sees für winterliches Schlittschuhlaufen. Bereits bei der ersten Sitzung bezeichnet der stellvertretende Leiter der Höhere Naturschutzbehörde, Herr Dr. Willy Zahlheimer, die Pläne als "Tod des Naturschutzgebiets". Bei einer Vorortbegehung einigt man sich jedoch auf naturverträgliche Instandsetzungsmaßnahmen sowie, dass auf der hohenzollernschen Seite der Bohlenweg um wenige Zentimeter verbreitert werden darf und der dorthin führende Weg naturschonend - d.h. z.B. ohne, dass im Weg liegende größere Steine entfernt werden behindertengerecht gemacht werden darf.

Ausdrücklich wird von allen Seiten jedoch betont, dass im Bereich der Arberseewand der Wanderpfad in seinem Ist-Zustand bleibt.

 

 

2013-14 Der Revierleiter des Staatsforstreviers rund um den Großen Arbersee geht in Rente. Sein Nachfolger missachtet mehrfach sowohl langjährige als auch aktuelle Vereinbarungen zwischen Forst und behördlichem Naturschutz. U.a. werden Totholzstämme im Naturwaldreservat in der Arberseewand entgegen der Vereinbarung zwischen Staatsforst und den Naturschutzbehörden wissentlich gefällt.

 

2014 Austausch der zweiten Radarkuppe

 

2014 Im Herbst geht der langjährige stellvertretende Leiter der Höheren Naturschutzbehörde der Regierung von Niederbayern, Dr. Willy Zahlheimer, in den Ruhestand. Die Arberbergbahn sieht nun die Chance gekommen, die Ausbaupläne im Naturschutzgebiet "Großer Arbersee mit Seewand" beinahe ungehindert in die Tat umsetzen zu können.

 

2014 Im November verkündet der Bürgermeister von Bodenmais offiziell, dass die Idee zum Bau einer Pendelgondelbahn endgültig zu den Akten gelegt wird. Der Grund: Einige Anwohner, über deren Grundstück die einzig mögliche Trasse verlaufen würde, lehnten diese vehement ab. Der 2012 erwähnte Bodenmaiser Stammtischbruder und in Folge (2015) der neue Tourismuschef verbreiten jedoch werbetechnisch gezielt, aber unwahrheitsgemäß, er - der Stammtischbruder - hätte die Hochzell gerettet.

 

2015 Ende Februar wird auf einer Bayerwaldfilmnacht in Bodenmais der Film "Tatort Luchswald" gezeigt. Vertreter des lokalen hauptamtlichen Naturschutzes versuchen im Vorfeld, die Filmvorführung zu verhindern.

 

2015 Im Mai legt ein bisher unbekannter Täter abgeschnittene Luchspfoten in die Nähe einer Kamerafalle des Luchsprojekts nieder. Wieder ermittelt die Polizei ergebnislos. Wieder ermittelt ein Team des Bayerischen Fernsehens.

 

2015 Im Sommer: Neubau der Arbergipfelkapelle. Die Arberbergbahn verbreitert in Zuge dessen den Pfad, der zu ihr führt, zum breiten Weg und vernichtet somit wertvollen - per se geschützten - Magerrasen. In der Folge werben Vertreter des hauptamtlichen Naturschutzes sogar die Arberbergbahn lobend damit, dass die Arberbergbahn an dieser Stelle (die sie ja zuvor unerlaubt zerstört hat!) neue Abplankungen errichtet hat.

Andere Vertreter des hauptamtlichen Naturschutzes halten dies für Bigotterie: Um Gott in der Arberkapelle zu loben, wird Gottes Schöpfung zerstört.

 

2015 Ab 1. November tritt die Neuverordnung für das erweiterte Auerwildschutzgebiet zwischen dem Mühlriegel und dem Bretterschachten (2.755 ha) in Kraft.

 

2015-2018 Verbreiterung und teilweiser Neubau des Rundwegs um den Großen Arbersee. In der Folgezeit: Schaffung weiterer Attraktionen: Krokodilstatue am Ufer des Großen Arbersees, Waldkugelbahn, Gondel auf dem Seevorplatz, StammBaum-Wald (www.stammbaum.de) mit Preisen bis zu  4900 Euro/Plakette...

 

2016 Bei Lohberg (Landkreis Cham) findet auf dem Anwesen eines Jägers, der zuvor vor einem verdeckten Ermittlerteam damit geprahlt hat, er würde Luchse mit einer Lebendfalle fangen und sie dann per Revolver erschießen, eine Razzia statt. Gefunden werden die Lebendfalle, illegale Nachtzielgeräte, ein Wurfstern (verbotene Waffe) (mögliche Freiheitsstrafe hierfür: bis zu drei Jahre) und Körperteile von Luchsen gefunden. Im Juni 2019 findet ein erster Prozess statt, bei dem ihm außerdem vorgeworfen wird, zwischen Juni 2014 und September 2016 einen Luchs gefangen und erschossen zu haben (mögliche Freiheitsstrafe hierfür: bis zu fünf Jahre). In erster Instanz erhält er eine Bewährungs- und eine Geldstrafe. Im Berufungsverfahren wird er jedoch freigesprochen, weil dem Hauptzeugen vorgeworfen wird, er hätte vom WWF 10.000 versprochen bekommen, wenn der betreffende Jäger angeklagt wird, und weitere 10.000 Euro, wenn er verurteilt wird. Damit sei er bestechlich und seine Aussage unglaubwürdig.

 

2017 Der Bürgermeister von Bayerisch Eisenstein, Georg (Charly) Bauer (FW) möchte den Flächennutzungsplan rund um das Brennes-Hotel ändern, da auf der Magerrasen-Wiese unterhalb des Brenneshotels Investoren - später ist von einer Holding mit Sitz in London die Rede - mehrere Chalets bauen möchten.

Das beauftragte Planungsbüro hält die Tatsache, dass die besagte Fläche sich im Landschaftsschutzgebiet befindet, für unwichtig. Gravierender ist jedoch, dass beim entsprechenden Gutachten nicht berücksichtigt wird, dass Magerrasen per se geschützt sind bzw. dass sich auf der Fläche einige besonders geschützte Arten - z.B. Arnika - wachsen.

Bürgermeister Charly Bauer (ab 2021 Erster Naturparkvorsitzender) möchte das Chalet-Projekt jedoch in jedem Fall durchsetzen.

Die Naturschutzbehörden reagieren abwartend, die Naturparkvertreter schweigen. Starke Gegenargumente und Gegenstellungnahmen werden jedoch von ehrenamtlich und anderweitig tätigen hauptamtlichen Naturschützern vorgebracht, außerdem ist unklar, wie die Wasserver- und -entsorgung bei einem erhöhten Wasserbedarf und großflächig versiegelten Flächen funktionieren soll. Schließlich wird das Chalets-Projekt von den Investoren fallengelassen. Das Brenneshotel selbst soll saniert werden.

 

2019 Mit der Alpenvereinskarte BY23 - Arberregion, Kaitersberg, Osser - veröffentlicht die DAV Bundesgeschäftsstelle die erste Alpenvereinskarte für ein deutsches Mittelgebirge. Zusätzlich werden seit 2018 im Arbergebiet 11 Informationstafeln zur DAV-Kampagne "Natürlich on Tour" aufgestellt.

 

2020 Als weitere Attraktion stellen die Arberbergbahn direkt am Arberseeufer - also abseits des Rundwegs - ein Holzkrokodil inklusive eines Schildes (regelwidrig nicht im offiziellen Schutzgebietsdesign) auf, das eine bis dahin auch Arberseekennern völlig neue Geschichte erzählt. Obwohl Schilder, die nicht dem Naturschutzzwecke dienen laut Schutzgebietsverordnung ausdrücklich verboten sind, lässt der hauptamtliche Naturschutz diesen Bruch der Schutzgebietsverordnung zu.

Einen weiteren Bruch lässt die Höhere Naturschutzbehörde insofern zu, indem Leute durch das Krokodil veranlasst werden, den Seerundweg zu verlassen.

 

2020 Obwohl auffallende Werbung im Seevorfeld des Großen Arbersees bzw. an der unmittelbaren Grenze zum Naturschutzgebiet, in dem Werbung laut Schutzgebietsverordnung verboten ist, von der Höheren Naturschutzbehörde  bisher abgelehnt wurde, stellt die Arberbergbahn als Werbung direkt vor dem See eine Gondel auf. Der hauptamtliche Naturschutz schweigt bzw. schaut wieder weg...


Arbergipfel

Die drei Seiten des Arbergipfelplateaus: Natur, Militär und Massentourismus
Die drei Seiten des Arbergipfelplateaus: Natur, Militär und Massentourismus

TIPP: Besichtigung eines Radarturms. Infos unter: www.grosser-arber.org

DER ARBERGIPFEL IN STICHPUNKTEN 

(aus dem Faltblatt: "Unterwegs am Großen Arber". Herausgegeben vom Naturpark Bayerischer Wald. Im Internet in einer älteren Fassung von 2002 auf der Homepage der Regierung von Niederbayern www.regierung.niederbayern.bayern.de downloadbar.

Aktualisierung der Klimadaten nach BEUDERT/Burkhard und BREIT, Wilhelm (Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald) (2012): Horizontaler Niederschlag, nasse und feuchte Disposition im Inneren Bayerischen Wald. Eine Studie im Auftrag des Umweltbundesamtes (www.umweltbundesamt.de, im Internet downloadbar.).

Höhe: 1455,6 m ü. NN

Klima: 2,7°C Jahresmitteltemperatur (2002),  2012: 3,4°C, 

             11° Juli - Mitteltemperatur (2002), Juli 2012: 11,8°C. Juli 2021: 12,3°C

              mittlerer Jahresniederschlag 2002: 1450 mm

              mittlerer Jahresniederschlag 2021: 1950 mm

              ca. 150 Tage mittlere Schneedeckendauer 

 

Grenzfall: direkt über dem Gipfel verläuft die Grenze zwischen NIederbayern und der Oberpfalz. Das Gipfelkreuz, die Radartürme, der Große Seeriegel mit der Arberkapelle, die Pisten inkl. Arberbergbahn, der Bodenmaiser Riegel/Richard-Wagner-Kopf sind niederbayerisch, der Kleine Seeriegel liegt bereits in der Oberpfalz.

Wer sich für die Natur links und rechts des Wegesrandes interessiert, der wird schnell merken, dass der Arbergipfel mehr zu bieten hat, als die im Jahr 1983 erbauten Radartürme oder die sonstigen Gebäudeansammlungen im weiteren Gipfelbereich:

Trotz seiner jährlich rund einer Million Besucher ist der Arbergipfel - Dank des seit dem Jahr 2000 vom Landratsamt Regen aufgestellten Wegegebots und der damit verbundenen Besucherlenkungsmaßnahmen, wie beispielsweise den Absperrungen links und rechts des Weges - in vielen Teilen noch einzigartige Natur, denn der Arbergipfel ist Heimat vieler seltener Pflanzen und Tiere.

Einige davon sind außerhalb des alpinen Bayerns nur in den Höhenlagen des Bayerischen Waldes zu finden, wie z.B. die Latschen, die durch ihre niedrige "geduckte" Form besonders gut an das raue Klima des Arbergipfelplateaus angepasst sind.

Latschen auf dem Arbergipfel
Latschen auf dem Arbergipfel

Schneemengen von über zwei Metern sind im Gipfelbereich keine Seltenheit. Die Schneelasten verteilen sich bei den nur ein bis drei Meter hohen Latschen auf eine breitere Fläche. Daher leiden die Bäume, die im Winter häufig vollständig unter der Schneedecke verschwinden, nicht zu sehr unter den Schneemassen.

Dort, wo die Latschenfelder sich lichten, dominiert am Arbergipfel der sogenannte "Borstgrasrasen", ein auch außerhalb von Schutzgebieten besonders geschützter Magerrasen.

Magerrasen
Magerrasen

Auch Nicht-Botanikern fällt zwischen den Steinriegeln eine Pflanze besonders auf: die Gamsbartbinse, deren Grasbüschel uns mit ein bisschen Phantasie an Bürstenborsten erinnern.

Gamsbartbinsen
Gamsbartbinsen

Mitte Juli beginnt die wohl auffälligste und schönste Pflanze des Arbergipfelplateaus zu blühen: der besonders geschützte (Pflücken verboten!) Ungarische Enzian. Da er seit wenigen Jahren an einigen Stellen direkt neben dem Rundwanderweg wächst, können Hobbyfotografen jetzt diese botanische Besonderheit, deren Hauptverbreitungsgebiet eigentlich in den Ostalpen, den Bergamasker Alpen in Norditalien und in den Karpaten liegt, "hautnah" fotografieren, ohne dabei das Wegegebot zu verletzen.

Ungarischer Enzian
Ungarischer Enzian
Gelber Enzian
Gelber Enzian
Landschaftspflegeflächen zum Schutz des Ungarischen Enzians
Landschaftspflegeflächen zum Schutz des Ungarischen Enzians

Das Wegegebot am Arbergipfel dient aber nicht nur zum Schutz seines besonderen Pflanzenschatzes - zumindest erwähnt werden soll noch der Alpen-Flachbärlapp, die Weißzüngel, der Alpenlattich, der Krause Rollfarn und der auffällige Gelbe Enzian, aus dessen Wurzeln der berühmte Schnaps gebrannt wird - sondern auch seiner Vogelwelt:

Einige seiner Vögel jagen und brüten sogar am Boden oder in den Felsriegeln, einige - wie z.B. der Bergpieper, haben ihr Hauptverbreitungsgebiet in den Alpen.

Um sie nicht zu stören, müssen Hundebesitzer ihre vierbeinigen Begleiter im Gipfelbereich anleinen. 

Das Schmalblättrige Weidenröschen ist quasi eine sommerliche "Allerweltspflanze".
Das Schmalblättrige Weidenröschen ist quasi eine sommerliche "Allerweltspflanze".

Naturschutzgebiet "Großer Arbersee mit Seewand"

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Naturschutzgebiet "Großer Arbersee mit Seewand": Schutzgebietsverordnung
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Großer Arbersee
Großer Arbersee

In Kürze

Alter: ca. 10.000 Jahre (entstanden als Karsee in der letzten Eiszeit)

Höhenlage: 935 m ü. NN (Damit gilt der Große Arbersee als höchstgelegenes Biberrevier 

                     Bayerns)

Größte Tiefe: 16 m

Wasserfläche: 7,72 ha

Einzugsgebiet: 2,58 km²

Säuregrad des Wassers: 2002: zwischen 4,6 und 5,1 (-> fischfrei!), heute ca. pH 6 (-> Seiblinge). Vermuteter Grund: Rückgang des Sauren Regens

Naturschutzgebiet: seit 1939 (vgl. 1. Reichsnaturschutzgesetz: 26. Juni 1935)

EU-Meldung FFH/SPA: 2002

Besonderheit: Schwimmende Inseln/Schwingrasen (siehe auch BR-Fernsehbeitrag von Angelika Vogel über den Kleinen Arbersee:

https://www.br.de/mediathek/video/naturphaenomen-die-schwimmenden-inseln-im-arbersee-av:59fe27158032ff0018f986f6

Der "Naturschatz" Großer Arbersee

Großer Arbersee
Großer Arbersee

Der Große Arbersee: Mit 500.000 Besuchern im Jahr (bis zum Ausbau des Rundwanderwegs in den Jahren 2015 bis 2018, Tendenz steigend!) ist er - neben dem Arbergipfel - wohl nicht nur eines der schönsten, sondern auch eines der bekanntesten Ausflugsziele im Bayerischen Wald. Und trotzdem birgt er viele Naturschätze.

 

Seit 1939 steht der Große Arbersee, ein in der letzten Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren entstandener Karsee, unter Naturschutz. Besonders die "schwimmenden Inseln" am Großen und am Kleinen Arbersee sind in Bayern einzigartig: Die an den dicksten Stellen ein bis drei Meter dicken - jedoch an vielen Stellen durchlöcherten - "Schwingrasen" entstanden Ende des 19. Jahrhunderts, als die Seen im Zuge der Holztrift aufgestaut wurden und sich die aus Torfmoosen und Seggen bestehenden Verlandungsflächen vom Seegrund losrissen.

Stelzenwurzeln zeugen davon, dass dieser Baum einst auf einem liegenden Baumstamm, der inzwischen längst verrottet ist, keimte.
Stelzenwurzeln zeugen davon, dass dieser Baum einst auf einem liegenden Baumstamm, der inzwischen längst verrottet ist, keimte.
Arberseewand
Arberseewand
Die weit verbreitete Weiße Pestwurz ist im Bayerischen Walde eine der ersten Frühblüher. Wenn sie verblüht ist, bildet sie große hellgrüne runde Blätter. Sumpfdotterblumenblätter sind dunkler als die Blätter der Pestwurz, haben einen anderen Blattrand.
Die weit verbreitete Weiße Pestwurz ist im Bayerischen Walde eine der ersten Frühblüher. Wenn sie verblüht ist, bildet sie große hellgrüne runde Blätter. Sumpfdotterblumenblätter sind dunkler als die Blätter der Pestwurz, haben einen anderen Blattrand.
Sumpfdotterblumen wachsen dort, wo's besonders feucht ist.
Sumpfdotterblumen wachsen dort, wo's besonders feucht ist.
Das Wollgras - eine typische Moorpflanze - lässt sich schon von weitem auf den Schwimmenden Inseln entdecken.
Das Wollgras - eine typische Moorpflanze - lässt sich schon von weitem auf den Schwimmenden Inseln entdecken.
Auch der Sonnentau (im Volksmund "fleischfressende Pflanze" und das rötlich schimmernde Torfmoos sind typische Moorpflanzen.
Auch der Sonnentau (im Volksmund "fleischfressende Pflanze" und das rötlich schimmernde Torfmoos sind typische Moorpflanzen.

Die Balkenabsperrungen am Wegesrand und im See sollen dazu beitragen, dass auch Naturliebhaber diese Naturschätze nicht aus Versehen zerstören: Um dieses Naturjuwel zu erhalten, müssen Seebesucher hier auf den Wegen bleiben, Baden ist - auch an warmen Sommerabenden - verboten: Zu groß wäre die Gefahr, dass Wasserpflanzen, wie etwa die auffällige gelbe Teichrose (ACHTUNG: Auf den Arberseen gibt es KEINE (weißen) SEErosen (!!!), zerstört werden  oder dass die "Würde" des Sees durch "Badenixen" noch mehr beeinträchtigt wird.

Die naturkundlichen Besonderheiten des Großen Arbersees, seine Geschichte, könnten wohl ganze Bücher füllen. Einen guten Überblick über die wichtigsten Hintergrundinfos liefern die Naturinformationstafeln am Rundweg:

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Naturinformationstafeln am Großen Arbersee
Naturinformationstafeln_Grosser-Arbersee
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Ein besonderer Zeitpunkt für Arberseekenner ist Mitte April: Wie einer geheimen Absprache folgend, versammeln sich zu diese Zeitpunkt jedes Jahr hunderte von Kröten und Fröschen aus den umliegenden Wäldern an den eisfreien Stellen im hinteren Bereich des Sees zum Ablaichen. Nach wenigen Tagen zeugen nur noch Laichballen (Frösche) und -schnüre (Kröten) davon, dass nun auch langsam am Großen Arbersee - auf 950 m NN übrigens das höchstgelegene Biberrevier Bayerns! - der Frühling erwacht. 

Soldanelle
Soldanelle

Die ersten Pflanzen, die gleich nach der Schneeschmelze dem Naturschutzgebiet die ersten Farbtupfer geben, sind sogenannte "Feuchtigkeitsanzeiger": die Weiße Pestwurz und die Sumpfdotterblume.

Häufig ist auch der weiße Sauerklee, dessen Blätter essbar sind. 

Besonders geschützt - natürlich dürfen im Naturschutzgebiet auch die bereits erwähnten "Allerweltpflanzen" nicht gepflückt werden - sind die glockenblumenartigen Soldanellen, der filigrane weiße Fieberklee, die Orchideen und die Schlangen- oder Drachenwurz, bei der ein weißes Blütenblatt schlangenartig einen "Kolben" umwindet.

Er ist im Sommer im Arbergebiet relativ häufig anzutreffen: der Alpen-Milchlattich. Man sagt, die Ureinwohner Lapplands würden ihn gerne in Rentiermilch kochen und als Gemüse verspeisen.
Er ist im Sommer im Arbergebiet relativ häufig anzutreffen: der Alpen-Milchlattich. Man sagt, die Ureinwohner Lapplands würden ihn gerne in Rentiermilch kochen und als Gemüse verspeisen.

Naturschutzgebiet "Kleiner Arbersee"

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Naturschutzgebiet "Kleiner Arbersee": Schutzgebietsverordnung
SchutzgebietsverordnungKlArbersee.pdf
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Kleiner Arbersee
Kleiner Arbersee

in Kürze

Alter: ca. 10.000 Jahre (entstanden als Karsee in der letzten Eiszeit)

Höhenlage: 918 m ü NN

Größte Tiefe: 12 m

Wasserfläche: 6,36 ha

Gesamte Fläche:  8,56 ha

Einzugsgebiet: 2,79 ha

Säuregrad des Wassers: 2002: 4,5. 2021 pH 5,6 - 5,9

Naturschutzgebiet: seit 1959

EU Meldung FFH: 2003

Besonderheit: Schwimmende Inseln/Schwingrasen

- Fernsehbeitrag von Angelika Vogel, Bayerisches Fernsehen:

 

https://www.br.de/mediathek/video/naturphaenomen-die-schwimmenden-inseln-im-arbersee-av:59fe27158032ff0018f986f6


Naturschutzgebiet "Riesloch"

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Naturschutzgebiet "Riesloch": Schutzgebietsverordnung
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Die Rißlochfälle - die höchsten Wasserfälle des Bayerischen Waldes - bestehen aus mehreren Kaskaden.
Die Rißlochfälle - die höchsten Wasserfälle des Bayerischen Waldes - bestehen aus mehreren Kaskaden.
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Naturerlebnis im Naturschutzgebiet "Riesloch"
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Im Naturwaldreservat dürfen Bäume stehend verrotten.
Im Naturwaldreservat dürfen Bäume stehend verrotten.
Tannenbärlapp
Tannenbärlapp

FFH-Gebiet "Großer und Kleiner Arber mit Arberseen"

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FFH-Managementplan "Großer und Kleiner Arber mit Arberseen". Teil I
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FFH Arber_1.pdf
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SPA-Gebiet "Großer und Kleiner Arber mit Schwarzeck"

Großer Arber und Kleiner Arber
Großer Arber und Kleiner Arber
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SPA-Managementplan für das SPA-Gebiet "Großer und Kleiner Arber mit Schwarzeck". Teil 3
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SPA Arber_3.pdf
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FFH-Gebiet Silberberg

Silberberg
Silberberg

In Kürze

Fläche: 316, 4 ha 

 

Flora: Hainsimsen-Buchenwald (109 ha), Waldmeister-Buchenwald (30 ha), Schlucht- und Hangmischwälder (Bergahorn, Linde, Ulme, Esche, besonders artenreiche Krautschicht mit Silberblatt und Christophskraut),   kleinräumige Niedermoore mit Waldkiefern-Moorwald und Fichtenmoorwald (Fichte, Tanne, Vogelbeere, Moorbirke),  Besenheide, Heidelbeere, Preiselbeere, Sukzessionsflächen, Sekundärbiotope, Schutthalden mit z.T. Zwergstrauchheiden. Sehr selten: Borstgrasrasen.

 

Fauna: - Fledermäuse: bedeutendes Fledermausbalz- und eines der größten                                        Fledermauswinterquartiere   Mitteleuropas mit drei Arten des Anhangs II der FFH-                Richtlinie (Mopsfledermaus, Großes Mausohr,  Bechsteinfledermaus) ->                                  insgesamt 18 Fledermausarten!

             Außerdem: Luchs, Kreuzotter, Violetter Feuerfalter, Perlmutfalter, Schwarzspecht

 

Geschichte:

 

13. Jhd.: Beginn des Bergbaus im Silberberg

 

1463: erste urkundliche Erwähnung des Erzabbaus im Gipfelbereich. Dadurch erhält der Silberberg seine markante Gipfelform und seinen zweiten Namen "Bischofshaube".

Bis Mitte des 16. Jahrhunderts wird hauptsächlich Bleiglanz abgebaut, später verarbeitet man die Erze zu Vitriol (=Eisensulfat) und Polierrot (=Eisenoxyde), das vor allem als Farbstoff und Poliermittel verwendet wird.

 

1952 Der Erzbergbau am Silberberg wird eingestellt. Insgesamt umfasst das Stollensystem etwa 35 km, davon können rund 500 m des "Barbarastollen" als Schaubergberg besichtigt werden.

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FFH Managementplan Silberberg
Quelle: Der Managementplan Silberberg ist downloadbar auf der Homepage des lfu Bayern: www.lfu.bayern.de
FFH Managementplan Silberberg.pdf
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Faltblatt des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz
silberberg.pdf
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Auerwildschutzgebiet

Mühlriegel-Panorama
Mühlriegel-Panorama

1993 Das erste Auerwildschutzgebiet am Kamm zwischen dem Mühlriegel und dem Kleinen Arber tritt in Kraft.

 

2007 Ein Auerhuhnmonitoringprojekt des Naturparks Bayerischer Wald e.V. belegt, was Naturschützer schon länger beobachtet haben: Der Lebensraum des Auerhuhns erstreckt sich über den Großen Arber, die Bodenmaiser Mulde und das Mittagsplatzl bis zur Hochzell und fast zum Bretterschachten.

 

2008 Die bisherigen Erkenntnisse werden durch ein Kartierungsprojekt, das der SC Bodenmais als Auflage für den Betrieb der Chamer Hütte vom Ornithologen Rudi Leitl erstellen durchführen lässt, wiederholt bestätigt.

 

2011 Der Auerhuhnbericht des Nationalparks Bayerischer Wald, bei dem auch das Auerhuhnvorkommen im Arbergebiet untersucht wurde, liegt vor und bestätigt noch mal, dass das Auerhuhnvorkommen sich weit über das bisherige Auerwildschutzgebiet hinausstreckt.

 

2012 Im im März 2012 veröffentlichen FFH-Managementplan für das Arbergebiet wird explizit festgelegt, dass nach dem Auslaufen der ersten Auerwildschutzgebietsverordnung aus dem Jahr 1993 das Auerwildschutzgebiet um die Fläche des SPA-Gebiets erweitert werden soll.

 

2014 Erste Vorgespräche zwischen den Vertretern des hauptamtlichen Naturschutzes, Vertreter der Jagd und des Staatsforstbetriebs Bodenmais am Landratsamt Regen.

 

2015 Im Januar stellt die Untere Naturschutzbehörde den Erweiterungsplan dem Bürgermeister und den Touristikern der betroffenen Gemeinde - Bodenmais - vor. Zu Beginn möchte die Naturschutzbehörde alle Wege, die 2013 als "naturverträgliche Schneeschuh- und Skitourenrouten" ausgewählt wurden, für die Wintermonate sperren. Auf Vermittlung der Gebietsbetreuerin sieht die Behördenchefin ein, dass diese besonders "harte" Gangart nicht durchsetzbar wäre. Touristiker, Vertreter der besonders betroffenen DAV-Sektion Regensburg (die DAV-Sektion Deggendorf entsendet zu den Gesprächen keinen Vertreter) und der hauptamtliche Naturschutz einigen sich auf ein generelles Wegegebot, bei dem alle markierten Wege begangen werden dürfen.

 

2015 Am 1. November tritt die Verordnung für das erweiterte Auerwildschutzgebiet, das nun bis zum Bretterschachten reicht und somit auch die Arberseewand einschließt, in Kraft.

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Verordnung über das erweiterte Auerwildschutzgebiet von 2015
Verordnung_Auerwildschutzgebiet Arber_20
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Grenzbahnhof Bayerisch Eisenstein

In Kürze

1877 Die Waldbahnstrecke nach Bayerisch Eisenstein ist fertig und der Grenzbahnhof wird eröffnet.

 

1945 Mit dem Beginn des Kalten Krieges und der Schließung der Grenzen zwischen dem "Westen" und den Ländern des "Warschauer Paktes" wird auch in der Schalterhalle des Grenzbahnhofs eine Trennwand gezogen.

 

1980 Die Deutsche Bahn baut am Grenzbahnhof Stellwerk und Signale ab.

 

1990 Am 3. Februar bildet sich eine bis heute legendäre Menschenkette zwischen Bayerisch Eisenstein und Zelezna Ruda.

 

1991 Am 2. Juni besucht Helmut Kohl den Grenzbahnhof. Augenzeugen berichten, dass an diesem Tag rund 20.000 Menschen aus Bayern und Böhmen den Fall des Eisernen Vorhangs feierten.

 

2000 In der ehemaligen Schalterhalle im Mittelteil eröffnet der Naturpark Bayerischer Wald e.V. das "Bayerisch-Böhmische Informationszentrum für Naturparke und Nationalparke"

 

2006 Seit dem 28. Mai fahren einzelne Waldbahnzüge bis nach Zelezna Ruda und Spicak.

 

2006 Der deutsche Teil des Grenzbahnhofs Bayerisch Eisenstein soll verkauft werden. Um zu verhindern, dass ein potentieller neuer Eigentümer den Pachtvertrag für die Räume des "Bayerisch-Böhmischen Informationszentrum für Naturparks und Nationalparks" kündigt, erwirbt der Naturpark Bayerischer Wald e.V. den gesamten deutschen Teil des Grenzbahnhofs. Da in einzelnen - bisher nicht vom Naturpark genützten Räumen - sich die Bodenbeläge und Tapeten von den Wänden lösen, ist schnell klar, dass die Renovierungsarbeiten sehr aufwändig sein werden.

 

2007 Der deutsche Teil des Grenzbahnhofs wird von Naturparkmitarbeitern entrümpelt.

 

2007 Am 21. Dezember tritt die Tschechische Republik dem Schengener Abkommen bei.

 

2009 Nach längeren Überlegungen, was mit den neu erworbenen Räumen des Grenzbahnhofs geschehen soll und nachdem Fördergelder in Aussicht stehen und Sponsoren gefunden sind, beginnen die konkreten Planungen für die einzelnen Ausstellungen. Nach und nach werden in den Folgejahren die einzelnen Gewerke ausgeschrieben.

 

2010 Am 23. August ist offizieller Baubeginn der Generalsanierung des Grenzbahnhofs.

 

2010 Im Dezember - einiges später, als geplant - legt das Planungsbüro erste Ausstellungskonzepte vor. Für die Arberausstellung werden übermannsgroße Bildtafeln gewählt. Die Folge: Die ursprünglich getroffene - digitale - Bildauswahl kann nicht verwendet werden, da die Planungsbüro-Mitarbeiter ausschließlich Dia verwenden möchten.

 

2011 Erst im Januar 2011 ist klar: Das historische Gebälk des Grenzbahnhofs ist an vielen Stellen vom Hausschwamm befallen. Im Kellergewölbe tritt Salz aus den Mauern. In Folge wird der Keller von außen "ausgegraben" und innerlich trockengelegt. Das marode Holzgebälk muss freigelegt, abgebaut und durch Stahlgitter ersetzt werden. 

 

2014 Am 10. Juli ist es so weit: Die neuen NaturparkWelten werden eröffnet. Doch der Start ist - Dank der Probleme, die die eine oder andere beauftragte Firma weiterhin bereitet, schwierig.

 

2015 Nachdem das Museumscafe und Restaurant im Historischen Wartesaal bereits seit Eröffnung der NaturparkWelten offen hatte, wird es nun offiziell eingeweiht. Zu diesem Zeitpunkt betreibt der Naturparkverein das Restaurant aus fördertechnischen und steuerrechtlichen Gründen in Eigenregie.

 

2018 Die NaturparkWelten und der Grenzbahnhof werden als "grenzüberschreitende Umweltstation Bayerisch Eisenstein" anerkannt. Allerdings besitzt keiner der Mitarbeiter eine offizielle pädagogische Ausbildung.

 

2020 Das Museumscafe und Restaurant im Historischen Wartesaal wird zum Naturparkwirtshaus und ist nun an den Eisensteiner Gastronom Matthias Gunder verpachtet, der es unter dem Namen "Vo'Gunders" weiterbetreibt.

Ein Zeitzeugenbericht aus dem Jahr 2009

"Der Grenzbahnhof ist für mich gelebte Geschichte! Dort, wo noch vor zwanzig Jahren eine Mauer quer durch die ehemalige Schalterhalle verlief - wo der Eiserne Vorhang also in besonders drastischer Weise zu spüren war - arbeiten seit neun Jahren Deutsche und Tschechen im "Naturpark-Infozentrum Grenzbahnhof", dem "Bayerisch-Böhmischen Informationszentrum für Natur- und Nationalparke" eng und freundschaftlich zusammen. Dort, wo noch vor wenigen Jahren Stacheldraht die Gleise blockierten, verkehren seit Mai 2006 wieder regelmäßig grenzüberschreitend Züge.

 

Europäische Geschichte im Kleinen!

 

Hier, wo einst das Ende der Welt war, ist nun die neue Mitte Europas.

 

Europa - welches Glück Europa bedeutet  - wird hier also tagtäglich mehr als anderswo erfahrbar.

 

Unvergesslich ist mir nicht nur die Aufführung der Eisensteiner Europahymne im Rahmen der ARD-Sendung "Jetzt red I - Europa" auf dem Grenzbahnhof- Bahnsteig. Das Glücksgefühl, das viele von uns Zuschauern erfüllte, können sich Außenstehende wahrscheinlich nur teilweise vorstellen. Aber auch an die Feier zum Schengenbeitritt Tschechiens werde ich mich immer erinnern: Da ich in der Beitrittsnacht in der Naturpark-Betriebswohnung über dem Wachzimmer der Grenzpolizisten übernachten durfte, konnte ich unmittelbar miterleben, wie es war, als die Grenzpolizisten ihr Wachzimmer verließen. Hatte man sie vorher nachts immer reden gehört, so war es jetzt  im Grenzbahnhof nachts still.

 

Europäische Geschichte im Kleinen."

 

                                                                                                                             (Isabelle Auer, 2009)